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Im September hatte ich diese Mühle schon in der Hand, am Vienna Coffee Festival. Was sie kostet, konnte mir damals nicht mal der Händler sagen. Jetzt hat Timemore die zweite Generation der Sculptor 064S offiziell vorgestellt, mit Preis und Datenblatt.
Ich bin die Produktseite durchgegangen. Bei jedem Punkt sag ich dir, was ich selbst gesehen habe und was nur auf dem Papier steht.
Gleiche Mahlscheiben, gleicher Geschmack
Zuerst das, was gleich bleibt. In der normalen Version stecken dieselben 64-mm-Flachmahlscheiben wie in der ersten Generation. Timemore schreibt selbst, dass der Kaffee deshalb genauso schmecken soll wie bisher.
Das ist eine ehrliche Ansage, und für alle mit einer ersten Generation die wichtigste auf der ganzen Seite. Wer seine Mühle mag, verpasst in der Tasse nichts. Alles Neue betrifft Bedienung, Putzen und Gehäuse.
Ein Knopf für Ein/Aus und Drehzahl
Am Stand ist mir als Erstes der Knopf aufgefallen. Auf den Fotos vorher war ich skeptisch, in der Hand hat er sich gut angefühlt. Jetzt weiß ich auch, was er macht: Einschalter und Drehzahl sitzen zusammen in einem Bedienelement an der Seite.
Die Spanne geht jetzt von 800 bis 1600 U/min. Bei der ersten Generation war bei 1200 Schluss. Ob die zusätzlichen 400 Umdrehungen in der Tasse etwas ändern, kann ich dir erst sagen, wenn ich selbst damit gemahlen habe.
Ein Leuchtring, der dir sagt, was los ist
Um den Knopf liegt ein Leuchtring:
- Er zeigt an, dass die Mühle läuft.
- Wenn das Mahlwerk blockiert, blinkt er fünfmal.
- Wenn der Motor zu heiß wird, leuchtet er weiß und geht langsam aus.
- Wenn keine Bohnen mehr drin sind, schaltet sich die Mühle nach circa 15 Sekunden selbst ab.
Beim Single Dosing ist das Letzte praktisch. Ich muss nicht danebenstehen und horchen, wann die letzte Bohne durch ist.
Mahlscheiben raus ohne Werkzeug
Am Festival hat der Händler den Mahlscheibenträger einfach mit der Hand herausgedreht, und die Mahlscheiben lagen offen da. Ausgerechnet das hab ich nicht gefilmt. Jetzt ist es offiziell: Einstellring und Träger kommen ohne Werkzeug heraus. Bei der ersten Generation brauchst du dafür einen Kreuzschraubenzieher.
Laut Timemore bleibt der Träger 5.000-mal Aus- und Einbauen lang sauber ausgerichtet, und dein Mahlgrad bleibt dabei erhalten. Wenn du jede Woche putzt, sind das fast hundert Jahre. Das klingt gut, ist aber eine Herstellerangabe. Ob die Mahlscheiben nach dem zwanzigsten Putzen noch so sauber parallel laufen wie am ersten Tag, kann ich erst prüfen, wenn ich eine hab.
Mahlgradanzeige, Trichter und Auffangbecher
- Mahlgradanzeige. Die Markierung sitzt jetzt oben, auf zwölf Uhr, und die Zahlen stehen seitlich am Drehrad. Espresso liegt bei der normalen Version zwischen 1 und 4, Filter zwischen 8 und 13.
- Trichter. Er ist höher geworden und innen steiler, damit die Bohnen gleichmäßig nachrutschen. Der Schutz gegen hüpfende Bohnen ist größer, hält jetzt mit Magneten statt mit Schrauben, und der Deckel lässt sich zur Seite schieben. Timemore schreibt ausdrücklich, dass man auch eigene Trichter oder welche von anderen Herstellern draufsetzen soll. Wer lieber mit einem Blasebalg arbeitet, ist also eingeplant.
- Auffangbecher. Für Siebträger mit 58 mm überarbeitet, und er hält weiter magnetisch.
- Klopfmechanismus. Auch der Mechanismus am Auswurf ist überarbeitet. Eine Drehung zieht den Schacht zurück und löst das Mehl, das drin hängen bleibt. Das hat schon bei der ersten Generation gut funktioniert, ich bin gespannt, ob man einen Unterschied merkt.
- Netzkabel. Es hat jetzt einen flachen Winkelstecker, die Mühle kommt also näher an die Wand.
Größer und schwerer ist sie auch geworden. Sie wiegt 4,6 kg, ein halbes Kilo mehr als die erste Generation, und ist mit 28 cm gut 2 cm höher. Beim Motor bleibt es bei 150 W, bürstenlos.
Wie schmeckt der Kaffee?
Am Stand hab ich einen Espresso bekommen. Klassisch italienisch, nicht ganz mein Geschmack. Über die Mühle sagt das nichts. Also muss ich sie wohl selbst testen.
Normal oder SSP
Die zweite Generation kommt mit zwei Mahlwerken im gleichen Gehäuse:
- Normal mit den Mahlscheiben von Timemore. Laut Timemore bringen sie mehr Körper und passen besser zu Milchgetränken.
- SSP Multipurpose. Die schmecken klarer, mit dünnerem Körper, und passen laut Timemore besser zu hellen Röstungen. Diese Version kommt im Mai 2027.
Zur Version mit 78-mm-Mahlscheiben gibt es noch keine Infos, und die hätte mich ursprünglich mehr interessiert.
Ich kaufe fast nur helle, fruchtige Röstungen. Deshalb ist für mich die SSP-Version die spannende, und ausgerechnet die kommt am spätesten und wird wohl auch teurer. Neu ist die SSP-Option auch nicht: Bei der ersten Generation konnte man sie schon beim Kauf wählen. Neu ist das Gehäuse drumherum.
Preis und Verfügbarkeit
Stand Mitte Oktober 2026:
- Europa: Im europäischen Shop von Timemore steht die normale Version für 750 €. Bestellen kann man sie noch nicht.
- Erste Generation: Im selben Shop gerade auf 650 € reduziert. Die zweite Generation kostet also 100 € mehr. Bei anderen Händlern bekommt man die erste Generation aber schon um 550 €, damit wird der Unterschied doch etwas größer.
- USA: Die neue kostet 650 Dollar, als Versandtermin steht dort Ende Jänner.
- SSP-Version: In Europa gibt es bisher nur den Termin, Mai 2027. Was sie kostet, ist noch offen.
Wird das meine nächste Mühle?
Ich bin mir noch nicht sicher. Die Änderungen sind wirklich gut, aber ich hätte mir ehrlich gesagt einen größeren Sprung zur ersten Generation gewünscht. Zum Beispiel andere Mahlscheiben, oder Mahlscheiben, die von hinten geschraubt werden, damit man die Schraubenlöcher nicht mehr in der Mahlkammer hat. Und 750 € finde ich schon hoch. Mal schauen, ob es da bessere Angebote gibt, oder vielleicht bekomme ich vorab eine zum Testen.
Welche Neuerung bringt dir am meisten, und würdest du die normale oder die SSP-Version nehmen? Schreib es mir in die Videokommentare. Wenn du noch zwischen Mühlen schwankst, lies welche Espressomaschine und Mühle du kaufen solltest oder probier den Setup Finder.
